Schierke

Erste Mitgliederbefragung ausgewertet

Gepostet am Aktualisiert am

Welche Themen brennen den Mitgliedern im CDU-Stadtverband unter den Nägeln? Wie zufrieden sind sie mit der Arbeit der Partei in Wernigerode? Ist Facebook ein geeignetes Kommunikationswerkzeug? Antworten auf diese Fragen könnte eine Befragung liefern, die der Stadtverband nun ausgewertet hat.

Erstmalig konnten die Mitglieder im Stadtverband Wernigerode an einer Evaluation teilnehmen. Wie Stadtverbands-Chefin Angela Gorr auf dem Neujahrsempfang angekündigt hatte, konnte jedes der 130 Mitglieder den Fragebogen, der per Post verschickt wurde, vom 20. Februar bis 30. April beantworten. Die Ergebnisse hat Christian Reinboth Ende Mai in einer Mitgliederversammlung präsentiert.

15 Prozent Beteiligung

Led iglich 19 Mitglieder hatten an der Umfrage teilgenommen – was einer Quote von 15 Prozent entspricht. „Damit ist die Befragung nicht repräsentativ“, machte Christian Reinboth vor den 23 CDU-Mitgliedern, die die Vorstellung der Ergebnisse mit großem Interesse in der Tenne des Altwernigeröder Kartoffelhauses verfolgten, deutlich. „Wir bewegen uns um Bereich der qualitativen Markt- und Meinungsforschung“, so das Vorstandsmitglied. „Das ist für ein grobes Meinungsbild durchaus ausreichend.“

Mehrheit mit Stadtverband zufrieden

Drei Frauen, elf Männer, fünf Personen ohne Angabe zum Geschlecht – von diesen das Gros mit zwölf Befragten über 35 Jahren – hatten sich an der anonymen Befragung beteiligt. Von diesen sind 13 mit der Arbeit des Stadtverbands zufrieden – fünf Befragte sahen das anders und machten ihr Kreuz bei „trifft eher nicht zu“ (2) und „trifft gar nicht zu“ (3) auf die Frage: „Sind Sie mit der Arbeit des Stadtverbands zufrieden?“

Newsletter als Informationsquelle

Informationen möchten die Befragten am liebsten via E-Mail (14), aus der Zeitung (9), über Social Media (7) und per Post (5) erhalten. Über die Internetseite würden sich lediglich fünf Teilnehmer regelmäßig informieren. „Trotz der Hürden, die durch die neue Datenschutzgrundverordnung entstanden sind, stellt sich die Frage: Braucht der Stadtverband künftig einen Newsletter?“, so Christian Reinboth. Immerhin wurden Informationen in digitaler Form – mit 26 Nennungen – deutlich gegenüber analogen Informationen (16) bevorzugt.

Öffentliche Sitzungen und Podiumsdiskussionen

Die Pressearbeit des Stadtverbands bewerteten mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Befragten als schlecht. 80 Prozent befanden dagegen Informationsangebote in den Sozialen Netzwerken als positiv. Überraschend deutlich sprachen sich die Teilnehmer für Podiumsdiskussionen zu politischen Themen als neues Format aus. 14 Mal wurde diese Veranstaltungsart von den Befragten benannt. Daneben stießen auch eine Bürgersprechstunde (9) sowie öffentliche Fraktionssitzungen (8) und öffentliche Sitzungen des Stadtverbands (5) auf Zuspruch.

Mit Blick auf die Kommunalwahl 2019 in Wernigerode wurden in der Umfrage die Finanzsituation der Stadt, der Zustand der Schulen, Kindertagesstätten und Sportstätten sowie der Bereich Ordnung/Sicherheit als die drei wichtigsten Themen genannt. Die Ortsentwicklung Schierke hingegen fiel mit lediglich einer Nennung in der Gewichtung deutlich ab.  Dennoch bewegt die Entwicklung des Schierker Winterbergs die Mitglieder: So machten mehrere Teilnehmer im offenen Teil der Befragung deutlich, dass die Stadt nicht für die Investitionen an der Seilbahn in Haftung genommen werden dürfe. Das „irre Hirngespinst“ gehöre verhindert  und weitere Investitionen städtischer Mittel abgelehnt.

Die Sensibilisierung bezüglich der prekären Haushaltslage für die kommenden Jahre wurde auch in den Zitaten deutlich. „Den Hofstaat des OB kontrollieren“, heißt es seitens eines Befragten. Bezüglich des Nachwuchses wurde der Wunsch geäußert, einen geeigneten Oberbürgermeister-Kandidaten wählbar zu machen und diesen nicht parteiintern abzuschießen. Junge Leute zur Amtsübernahme anzuregen und zu befähigen, dieses Zitat äußerte ein weiterer Befragter.

Facettenreiche Fraktion

Im Anschluss an die Präsentation folgte eine rege Debatte über die Themenschwerpunkte mit Blick auf die Kommunalwahl 2019. Im Hinblick auf die Ergebnisse stellte der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Christian Fischer in Aussicht, dass sich die CDU weiter öffnen müsse. „Wir werden unsere Öffentlichkeitsarbeit verbessern und über neue Veranstaltungsformate sprechen müssen“, sagte er.

Das Thema Wirtschaft vermisste Ulrich Goetz. Der frühere Hauptamtsleiter Wernigerodes betonte, dass die CDU für Unternehmertum und eine starke Wirtschaft stehe. Mit acht Nennungen hatte das Thema die Spitze knapp verfehlt. Julia Bruns regte an, die Themenschwerpunkte für die Kommunalwahl in einer moderierten Debatte oder einem Workshop weiter auszudifferenzieren. „Die Umfrage zeigt auch, dass die CDU sich für die Bürgerschaft öffnen und mit Podiumsdiskussionen und öffentlichen Fraktionssitzungen auch neue Wege beschreiten will“, sagte sie. Für Stadtratsmitglied Cary Barner besitzt die Umfrage derweil keinerlei Aussagekraft aufgrund der geringen Teilnehmerzahl. Dass die Fraktion in der Vergangenheit bei bestimmten Entscheidungen nicht geschlossen aufgetreten sei, kritisierte sie wie auch der Chef der Jungen Union, Michael Reichel, offen. Er werde häufig auf der Straße darauf angesprochen, dass die Fraktion bei Stadtratsvorlagen keine einheitliche Meinung vertrete.

„Wir gelten als CDU, die verschiedene Meinungen vertritt“, entgegnete CDU-Mitglied Uwe-Friedrich Albrecht. Dies komme bei den Bürgern durchaus positiv an. „Ich erhalte als Stadtratspräsident zahlreiche Zuschriften von den Menschen. Da zeigt sich ein anderes Bild von der Partei, als viele hier erwarten würden. So schlecht, wie wir uns manchmal machen, sind wir nicht.“ So werde die SPD wahrgenommen als Partei, die dem Oberbürgermeister nach dem Mund redet, die Linke sei grundsätzlich gegen alles – „nur die CDU ist für die Mitte der Bürger da und kämpft für die beste Lösung“, so Albrecht. Er betonte, wie wichtig es ist, das Augenmerk auf die Ortsteile Silstedt, Benzingerode, Minsleben und Reddeber zu legen.

„Die CDU in Wernigerode zeichnet sich durch lebhafte, teils auch kontroverse Diskussionen und ihr Interesse an der Entwicklung und Weiterentwicklung der Stadt und ihrer Ortsteile aus“, sagte die Stadtverbandsvorsitzende Angela Gorr. „Dies zeigte sich sowohl bei der Mitgliederbefragung als auch auf den beiden offenen Mitgliederversammlungen.“

Advertisements

Junge Union Wernigerode regt Strategie gegen Waldsterben an

Gepostet am

(Pressemitteilung der Jungen Union Wernigerode)

„Es geht um nicht weniger als unsere Heimat – unseren Harzer Wald.“ Mit diesen Worten eröffnete Michael Reichel, Vorsitzender der Jungen Union Wernigerode, die wiederkehrende Veranstaltungsreihe Junge Union vor Ort, diesmal  in Schierke. Für die Junge Union ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Baumsterben im Harz eine Herzensangelegenheit. „Als Harzer, Kinder und Eltern ist die Verbundenheit mit unserem Wald ein Teil der eigenen Identität. Stirbt dieser, stirbt auch ein Teil von uns“, so Reichel weiter.

Die Mitglieder der Jungen Union Wernigerode haben sich am 03.03.2018 mit Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock getroffen und über den Zustand des Waldes im Nationalpark Harz gesprochen. Besonders in den Wäldern rund um Schierke, wo die Stadt Wernigerode mit Unterstützung des Landes seit Jahren ein ambitioniertes Ortsentwicklungskonzept vorantreibt, zeigt sich ein alarmierendes Bild: der Fichtenwald leidet unter starkem Borkenkäferbefall, Bäume verrotten, Wege werden nicht gepflegt. „Es ist gut, dass sich die Junge Union diesem wichtigen Thema annimmt“, sagte Christiane Hopstock im Schierker Rathaus.  „Der Borkenkäferbefall ist extrem. Zu DDR-Zeiten wurde die Plage aktiv bekämpft“, berichtete sie.

Seit Jahren fahre sie täglich hinauf zum Brocken. „Die Schäden werden immer sichtbarer“, so die CDU-Stadtratspolitikerin. Touristen schrecke der verheerende Zustand ab. Tausende Hektar Fichtenwald seien dem Borkenkäfer bereits zum Opfer gefallen – ein Ende? Nicht in Sicht. Die Nationalparkverwaltung argumentiert mit der Walderneuerung unter dem Deckmantel des Naturschutzes „Ich sehe das Brockenmoor in Gefahr, das austrocknet, weil es nicht mehr im geschützten Schatten des Waldes liegt“, so die Schierkerin. Zudem seien weniger Singvögel und Insekten sichtbar.

Boden nimmt kein Wasser mehr auf

Besonders mit Blick auf die letzten Extremwetterlagen wie Sturmtief „Friederike“ Mitte Januar und das Hochwasser vom Juli 2017 sei die Pflege des Waldes unerlässlich. Die Junge Union sieht den Nationalpark deshalb in der Pflicht, Gräben freizulegen, damit Schmelz- und Regenwasser ungehindert abfließen können. Der Borkenkäferplage muss entgegengewirkt werden. „Der ausgetrocknete und vollgenadelte Boden kann in Folge des Baumsterbens kein Wasser aufnehmen, das Wasser versickert nicht“, erläuterte Christiane Hopstock die drastischen Folgen der Nationalpark-Politik. Diese habe im Hochwasserfall nicht nur unmittelbar Auswirkung auf die Ortslage von Schierke, sondern auf die Tallage – Wernigerode und Umgebung.

Dass der Wald im Nationalpark vor den Augen der Schierker vermodert und gleichzeitig Fördermillionen in die Projekte der Schierker Ortsentwicklung investiert werden, steht im krassen Widerspruch zueinander. Die Junge Union Wernigerode fordert, dass der Nationalpark eine Strategie entwickelt, die darauf abzielt, das Waldsterben zu stoppen, den Wald wieder attraktiv für Wernigeröder und ihre Gäste zu machen und damit auch Hochwasser- sowie Sturmereignissen vorzubeugen.

„Wir haben das Glück, mit Peter Gaffert einen in forstlichen Belangen kompetenten Oberbürgermeister an der Spitze der Stadt zu wissen. Deshalb erwarten wir, dass er das Gespräch mit der Nationalparkverwaltung sucht, um dem Waldsterben ein Ende zu setzen. Ein entsprechender Aktivismus ist jetzt unabdingbar, damit auch die zukünftigen Generationen Freude am Leben im Harz haben“, so Michael Reichel.

JU-Besuch in Schierke
Die Besuchergruppe der Jungen Union Wernigerode auf dem Weg durch Schierke.