Ein erster Blick auf die Ergebnisse der Wernigeröder Stadtratswahl 2014

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(von Christian Reinboth)

Nach einem spannenden Wahlabend, der sich gestern noch bis Mitternacht hinzog, steht das vorläufige Endergebnis der Wernigeröder Stadtratswahl für 2014 (ausstehend der zu erwartenden Bestätigung durch den Wahlausschuss am 02. Juni) inzwischen fest: Während CDU (+3,75%) und Grüne (+3,47%) deutlich hinzugewinnen und im neuen Stadtrat mit einem bzw. zwei zusätzlichen Mandaten stärker vertreten sein werden, haben SPD (-5,19%) und FDP (-2,4%) klar verloren, was für die SPD den Verlust von zwei Mandaten und für die FDP – leider – das vorläufige Ausscheiden aus dem Wernigeröder Stadtrat bedeutet. Während zudem Haus und Grund bei den Mandaten stabil bleiben und die NPD mangels eigenem Kandidaten erfreulicherweise ebenfalls nicht mehr im Stadtrat vertreten sein wird, haben es die Piraten als Newcomer aus dem Stand heraus mit 2,23% in den Stadtrat geschafft – werden dort aber lediglich ein Mandat erhalten und damit keine eigene Fraktion bilden können. Die untenstehende Tabelle zeigt die gestrigen Ergebnisse sowie die Gewinne und Verluste in Stimmanteilen und Mandaten im Vergleich zur letzten Wahl:

Partei Wahlergebnis 2009 Wahlergebnis 2014 Differenz Mandate 2009 Mandate 2014 Differenz
CDU 33,92% 37,67% + 3,75% 14 15 + 1
SPD 31,87% 26,68% – 5,19% 13 11 – 2
Linke 19,21% 20,20% + 0,99% 8 8 0
Grüne 3,59% 7,06% + 3,47% 1 3 + 2
FDP 3,36% 0,96% – 2,40% 1 0 – 1
Haus & Grund 3,87% 5,20% + 1,33% 2 2 0
Piraten 0,00% 2,23% + 2,23% 0 1 + 1
Wahlergebnisse
Stimmanteile der Parteien bei den Wernigeröder Stadtratswahlen 2009 sowie 2014.

Der neue Stadtrat wird sich nach diesem Ergebnis wie folgt zusammensetzen:

Stadtrat
Verteilung der Mandate im Stadtrat von Wernigerode nach der Kommunalwahl 2014.

Für die CDU werden damit laut vorläufigem Endergebnis diese 15 unserer 27 Kandidatinnen und Kandidaten (hier aufgelistet nach der Rangfolge der erhaltenen Stimmen) in den neugewählten Wernigeröder Stadtrat einziehen:

  • Uwe-Friedrich Albrecht
  • Angela Gorr MdL
  • Karl-Heinz Mänz
  • Michael Wiecker
  • Dr. Bernhard Ellendt
  • Christiane Hopstock
  • Reinhard Wurzel
  • Christian Linde
  • Matthias Winkelmann
  • Roland Richter
  • Cary Barner
  • André Weber
  • Jutta Meier
  • Katja Uebersalz
  • Bernd Rettmer

Auch über die Stadtratswahl hinaus war der gestrige Wahlabend für die CDU in Wernigerode und im Harzkreis ein voller Erfolg: Im neuen Kreistag werden die Christdemokraten mit 24 Sitzen erneut die mit weitem Abstand größte Fraktion stellen (die nächstgrößte Fraktion werden die Linken mit 13 Sitzen bilden) – und auch im Europaparlament wird mit Sven Schulze ein Mitglied der CDU Harz einziehen. Ihm und natürlich allen gewählten Stadträtinnen und Stadträten sowie Kreistagsmitgliedern aller demokratischen Parteien sei an dieser Stelle herzlich gratuliert.

Als kleine persönliche Ergänzung sei mir die Anmerkung gestattet, dass ich mein eigenes Wahlergebnis mit nur 139 Stimmen (rund 50 Stimmen mehr als bei meinem ersten Wahlantritt 2009) nach fünf Jahren der stetigen Mitarbeit in der Fraktion, im CDU-Vorstand sowie im Wirtschaftsausschuss leider nur als enttäuschend bewerten kann. Über die Konsequenzen, die ich aus diesem Ergebnis zweifellos ziehen muss, werde ich in den kommenden Tagen noch nachdenken und mich mit dem einen oder anderen Parteifreund beraten. Eine weitere Mitarbeit in der Fraktion scheint mir angesichts dieses Ergebnisses allerdings kaum noch sinnvoll zu sein.

JU-Kandidatencheck: André Weber (Listenplatz 5)

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WahlaufrufIn den verbleibenden 48 Stunden vor der Wahl wollen wir hier im Blog die Mitglieder der Jungen Union vorstellen, die zur Kommunalwahl am 25. Mai auf der Liste der CDU Wernigerode kandidieren. Heute: André Weber, Jahrgang 1988, Student der Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Harz, kandidiert auf Listenplatz 5.

Seit wann bist du schon Mitglied der CDU und weshalb bist du eingetreten?

Ich bin im Dezember 2005 – damals mit 17 Jahren – in die CDU eingetreten. Ich hatte mich schon recht früh für Politik interessiert und wollte irgendwann nicht nur von der Zuschauerbank beobachten, sondern mitgestalten. Ich entschied mich dann nach der Bundestagswahl 2005 in die CDU einzutreten und habe es bis heute nicht bereut. Ganz im Gegenteil: Veränderung und Fortschritt kommt immer aus der Mitte der Gesellschaft und nicht von ihren Rändern.

Was interessiert dich an Politik auf kommunaler Ebene?

Gute Frage. Eigentlich alles. Die Themen sind sehr geerdet. Es geht immer um die Probleme, die direkt vor der Tür liegen, und deren Lösung. Wenn wir als Bürger unser Gemeinwesen gestalten wollen, dann fangen wir damit doch einfach direkt vor Ort an. Ich empfinde es persönlich auch als sehr angenehm, dass es nur in zweiter Linie um Politik geht, sondern darum die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen, die aktuellen Probleme aufzugreifen und auch über Parteigrenzen hinweg an konstruktiven Lösungen zu arbeiten. Genau hierfür bekommt man eben auch gleich eine Rückmeldung vom Bürger und dies ist gut so, denn auch – vielleicht sogar gerade – in der Kommunalpolitik übernimmt man direkt für seine Stadt und deren Bürgerinnen und Bürger Verantwortung.

Inhaltlich habe ich mich in den letzten 5 Jahren als Stadtrat im Ordnungs- sowie im Wirtschaftsausschuss eingebracht. Daneben pflege ich auch regelmäßig meine Leidenschaft zu Zahlen und versuche im Finanzausschuss daran mitzuarbeiten, dass Generationengerechtigkeit nicht zu einer Phrase verkommt, die alle paar Jahre während der Wahlen und Wahlkämpfe gepredigt wird.

Peter Tauber
Beim Stadtrundgang mit dem späteren CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber und Heike Brehmer (Foto: Holger Wegener).

Warum kandidierst du für den Stadtrat und für welche Ziele möchtest du dich dort einsetzen?

Ich finde es besonders wichtig, dass junge Menschen sich in den Kommunalparlamenten engagieren. Nicht weil Jugend irgendein Qualitätsmerkmal für gute Politik ist, sondern weil am ehesten ein junger Mensch die Interessen seiner Generation vertreten kann. Die Nachhaltigkeit von Entscheidungen und Beschlüssen wird für einen selbst umso wichtiger.

Ich persönlich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass Wernigerode weiter voran kommt. Dazu brauchen wir auch in Zukunft Entscheidungen mit Weitblick, die die Chancen, aber auch die Risiken von Beschlüssen mit Augenmaß abwägen. Ganz konkret möchte ich mich u.a. für die schnellstmögliche Rückführung der Gewerbesteuererhöhung, für eine nachhaltige (!) touristische Entwicklung in Wernigerode und in Schierke, für die Stärkung des Ehrenamtes, für die Entwicklung des Ochsenteichgeländes zum Festplatz und für eine Verkehrspolitik in Wernigerode einsetzen, in der Autofahrer nicht unentwegt gegängelt werden.

Bei diesen und anderen Themen, die sich zum Teil auch erst in den kommenden 5 Jahren ergeben, werde ich meinem Credo treu bleiben und als Ihr Vertreter im Stadtrat die Diskussion mit Ihnen suchen. Genauso wie ich in der Vergangenheit Ihre Anregungen und Wünsche aufgegriffen, eingebracht und weitestgehend umgesetzt habe, möchte ich dies auch weiter tun.

Wie lautet dein persönlicher Tipp für die Sitzverteilung im neuen Stadtrat?

Für die Beantwortung dieser Frage fehlt mir persönlich die Glaskugel. Die Entscheidung liegt nun bei den Wählerinnen und Wählern. Ich setze auf Ihre Unterstützung für mich als Kandidaten der CDU und hoffe natürlich, dass die CDU-Fraktion wieder mit einem starken Mandat ausgestattet ist. Ansonsten hoffe ich, dass im nächsten Stadtrat wieder eine Mehrheit von Räten vertreten ist, denen es in erster Linie um die Entwicklung unserer Heimatstadt Wernigerode, denn genau dafür lohnen sich Engagement und Einsatz!

André Weber
Bei der ersten Diskussion unseres Kommunalwahlprogramms vor der Mitgliederversammlung der CDU Wernigerode.